Sachinformation für die Lehrkraft
Der Igel, bei uns der Braunbrustigel, ist ein nachtaktiver Insektenfresser. Auf dem Rücken trägt ein ausgewachsenes Tier rund 5.000 bis 8.000 Stacheln – umgebildete Haare, die bei Gefahr aufgestellt werden, wenn sich der Igel zur Kugel rollt. Er frisst vor allem Käfer, Raupen, Regenwürmer und Schnecken. Obst ist kein Igelfutter, und Milch macht ihm Durchfall.
Im Herbst frisst sich der Igel eine Fettschicht an, von der er im Winter lebt. Etwa ab November baut er sich ein Nest aus Laub, Gras und kleinen Zweigen und hält Winterschlaf, bis es im Frühjahr wieder warm wird. Dabei sinkt seine Körpertemperatur von rund 35 °C auf wenige Grad, das Herz schlägt nur noch wenige Male pro Minute. Wird er in dieser Zeit geweckt, verbraucht er Fettreserven, die ihm später fehlen.
Seit 2024 führt die Weltnaturschutzunion IUCN den Braunbrustigel auf ihrer Roten Liste als „potenziell gefährdet“. Gefahren sind Straßenverkehr, aufgeräumte Gärten ohne Unterschlupf, Mähroboter und fehlende Insekten. Das gibt dem Thema einen echten Handlungsbezug: Was können wir selbst tun?
So kannst du die Einheit aufbauen
- Stunde 1 – Wer ist der Igel? Körperbau und Merkmale: Stacheln, Schnauze, Beine, Sinne. Gut mit Merkmalkarten und einem Bild an der Tafel.
- Stunde 2 – Wie lebt der Igel? Nahrung und Lebensraum: Futterkarten sortieren („frisst der Igel“ – „frisst der Igel nicht“), dabei die Irrtümer Milch und Obst klären.
- Stunde 3 – Igel im Winter: Winterschlaf, Fettreserve, Nestbau – und was wir für Igel tun können. Hier passt das Arbeitsblatt oben.
Typische Stolpersteine
- Viele Kinder glauben, Igel tragen Äpfel auf den Stacheln. Das ist ein altes Bildmotiv, aber falsch – gut als Einstieg in die Frage „Was frisst der Igel wirklich?“.
- „Igel trinken Milch“ hält sich hartnäckig. Igel vertragen keinen Milchzucker; richtig ist eine flache Schale Wasser.
- Winterschlaf ist nicht einfach „lange schlafen“: Der Körper fährt fast ganz herunter. Der Vergleich mit einem Handy im Energiesparmodus hilft Kindern beim Verstehen.