Sachinformation für die Lehrkraft
Die Kartoffel, die wir essen, ist keine Wurzel, sondern eine Knolle: ein verdickter Teil des Sprosses unter der Erde, in dem die Pflanze Stärke als Vorrat speichert. Die „Augen“ sind Knospen, aus denen neue Triebe wachsen. Über der Erde trägt die Pflanze Blätter, Blüten und kleine grüne Beeren – die sind, wie grüne Stellen an der Knolle, giftig.
Ihre Heimat sind die Anden in Südamerika, wo sie seit Jahrtausenden angebaut wird. Spanische Seefahrer brachten sie im 16. Jahrhundert nach Europa. Anfangs galt sie als Zierpflanze; als Nahrungsmittel setzte sie sich in Deutschland erst im 18. Jahrhundert durch, gefördert unter anderem von Friedrich II. von Preußen.
Der Stärke-Versuch: Eine rohe Kartoffel reiben, den Brei in einem Tuch mit Wasser auswaschen und das Wasser stehen lassen. Am Boden setzt sich ein weißes Pulver ab – Kartoffelstärke. Trocken fühlt sie sich beim Reiben zwischen den Fingern quietschig an.
So kannst du die Einheit aufbauen
- Stunde 1 – Die Kartoffelpflanze: eine ganze Pflanze mitbringen, wenn möglich. Teile benennen, Knolle und Wurzel unterscheiden.
- Stunde 2 – Woher kommt die Kartoffel? Herkunft, Anbau, Ernte und der Kartoffelkäfer; Lesetext in drei Niveaus.
- Stunde 3 – Was steckt in der Kartoffel? Stärke-Versuch, Produkte sortieren, Arbeitsblatt zur Sicherung.
Typische Stolpersteine
- „Die Kartoffel ist die Wurzel“ – der häufigste Irrtum. An der echten Pflanze sieht man: Die Knollen hängen an unterirdischen Trieben, den Ausläufern – die feinen Wurzeln wachsen daneben.
- Beim Versuch genug Zeit zum Absetzen lassen (mindestens 10 Minuten); sonst sieht man nur trübes Wasser.
- Rohe Kartoffeln und grüne Beeren nicht probieren lassen.